Hallo ihr Lieben,
wie schnell doch die Zeit vergeht..wie im Flug.
Seit meinem letzten Bericht hat sich einiges veraendert. Im Grunde genommen handelt es sich hierbei sogar um den alltaeglichen Tagesablauf: die Schule hat begonnen. Die juengeren Leser unter Euch kennen diesen Umschwung wohl ziemlich genau. Das Ausschlafen in den Ferien, die Stresslosigkeit, die Ruhe, die Zeit, die Freiheit - all das, was man waehrend der Schulphase seltenst erlebt. Und ich denke auch die Mamis schaetzen den Unterschied sehr - nur ist es bei Ihnen wohl andersherum. Die Stresslosigkeit, die Ruhe, die Zeit, die Freiheit - all das was man waehrend der Schulferien der Kinder seltenst erlebt.
Nunja, hier in Ghana ist das alles ein bisschen anders. Das koennte daran liegen, dass es hier keinen ploetzlichen Umschwung von Ferien zur Schulphase gibt. Es ist nicht so wie in Deutschland, dass man von einem auf den anderen Tag, quasi ueber Nacht, einen kompletten Wandel des Tagesrythmus erlebt. Nene, die Ghanaer lassen alles ein bisschen langsamer angehen. So kam es also dazu, dass am Tag des Schulbeginnes, am 9. September, circa 100 Schueler und 3 Lehrer erschienen. An dieser Stelle liesse sich erwaehnen, dass im Regelfall 250 Schueler und 10 Lehrer die ”Kids-of-Light-School” besuchen. Der Grund oder besser die Ausreden fuer diese Abwesenheit war, dass in Ghana die ersten Tage im neuen Term genutzt werden, um die Schule zu saeubern und alles auszuraeumen. Einige Eltern zaehlen das allerdings nicht zum Aufgabenbereich ihrer Kinder, weshalb sie diese dann lieber zuhause davor bewahren. Im Nachhinein muss ich sagen, dass dieses ”Putzen” eine tolle Gemeinschaftsaktion war und die Kinder echt Spass daran hatten. Ob die Eltern der nicht anwesenden Kinder ihre Schuetzlinge wohl ihr Leben lang vor solchen Aufgaben retten moechten?
Oftmals hoerte man auch Ausreden wie ”Ach wir hatten das Datum ganz vergessen..”, ”Zum Zeitpunkt des Schulbeginns waren wir noch verreist” oder ”Ich war auf einmal ganz krank und musste ins Krankenhaus”..All das nachdem James und ich zuvor, am Ende der Ferien, extra von Haus zu Haus liefen, um Briefe zu verteilen. Briefe, die einerseits die ELtern ueber die Schulgebuehren aufklaeren sollten und sie andererseits an das Datum des Schulbeginns erinnern sollten. Erinnert ihr Euch?
Nunja, im Grunde genommen war all diese Arbeit umsonst, denn sie erinnerten sich nicht nur nicht an das Datum des Schulbeginns. Auch die Tatsache, dass man Schulgebuehren fuer Buecher, Transport und Essen zahlen muss schien Ihnen voellig fremd zu sein. Jetzt sieben Wochen nach Schulbeginn haben noch lange nicht die Haelfte aller Eltern die Gebuehren gezahlt. Dennoch erwarten sie, dass ihre Kinder morgens vom Schulbus abgeholt werden, in einem vollstaendig gebildeten Schulgebaeude sitzen, Schulbuecher und Schulhefte haben, von Lehrern unterrichtet werden, mittags Kantinenessen bekommen und dann nachmittags vom Schulbus wieder nach Hause kutschiert werden. Doch wer soll das alles bezahlen? Geld ist hier sowieso ein grosses Thema: Die Loehne sind zu niedrig, alle Waren ueberteuert und Arbeiten ist harte Anstrengung. Aber ist das in Deutschland anders? Geld regiert wohl die Welt..
Um zu meinem Schulalltag zurueckzukommen. Was sind meine Aufgaben? Im Prinzip aehneln sie nicht einmal annaehernd dem, was ich erwartet hatte und was ihr in der Beschreibung zu meinem Projekt findet. Das Unterrichten fehlt. James klaerte mich vor Schulbeginn darueber auf, welche Aufgaben er fuer mich angedacht hatte: ich sollte jeden morgen vor der Schulversammlung eine Sportstunde mit den Klassen 1-4 machen. (Wir haben hier die Klassen Nursery 1, Nursery 2, Kindergarten 1, Kindergarten 2 und Basic School 1-4 - nur so nebenbei). Der Schwerpunkt meiner Sportstunden sollte Yoga sein mit der Intention, dass Yoga in Zukunft ein fester Bestandteil des Tagesrythmus der Kinder sein wird. James selber kennt zwar keine Yogauebung, findet das Konzept dahinter allerdings beeindruckend.
Zudem sollte ich eine Art AG gruenden mit dem Namen ”How to read”. In dieser AG sollten die Kinder auf spielerische oder auch schauspielerische Art und Weise das richtige Betonen, die richtige Aussprache, quasi Lesen lernen - wie der Titel ja schon sagt.
Sowohl die Sportstunden, als auch die LeseAG hat bisher noch nicht einmal stattgefunden. Wie gesagt, in Ghana dauert alles halt etwas laenger.
Aber ich sitzte hier dennoch nicht nur in meinem Zimmer rum und langweile mich. Es gibt genug zu tun. Morgens nach dem Aufstehen werden die Wasserspender und Tassen aus den einzelnen Klassen eingesammelt und gewaschen, sodass die Lehrer sie spaeter fuellen koennen und die Kinder tagsueber genug trinken. Das Gehirn schwimmt schliesslich in Wasser, ne Mama?!
In den Pausen verkaufe ich dann Kekse, Stifte, selbstgemachtes Popcorn (oder Cockporn, wie die Kinder hier zu sagen pflegen), Trinkpacks, Lineale, Anspitzer und Radiergummis. Die Nachfrage an Nahrungsmitteln ist allerdings erheblich groesser als die an Schulutensilien. Wer braucht schon Stifte, wenn man Kekse haben kann?
Zwischen den Pausen steht dann Arbeit an, die eher weniger viel mit Kindern zu tun hat, sich aber dennoch um sie dreht. Ich darf Eltern die kommen erklaeren wie viel sie fuer ihr Kind zu zahlen haben, das Geld oder Teile der Summe kassieren und dann Quittungen ausstellen.
Wenn gerade keine Eltern da sind, schlage ich mich mit den Schulbuechern rum. Eines Abends beschloss James um sieben Uhr nach Kumasi zu fahren, um die erste Haelfte der Schulbuecher zu kaufen. Der ganze Prozess der Hinfahrt, des Buecherzusammensuchens, Rechnungerstellens und der Rueckfahrt, nachdem dann endlich ein Taxi fuer den Transport gefunden war, dauerte knapp fuenfeinhalb Stunden. Am naechsten Morgen war ich hundemuede und erschoepft vom Kisten schleppen. Aber wir hatten Teil 1 der Buecher. Nun war es meine Aufgabe die Anzahl der ”gelieferten” Buecher mit der der Rechnung zu vergleichen und die Rechnung nach sonstigen Fehlern zu ueberpruefen. Am Ende hatten wir 100 Cedi zu viel bezahlt und circa 30 Buecher zu wenig. Da Sir James nach dem Buecherkauf fuer eine einwoechige Fortbildung nach Accra reiste, durfte ich zu dem Buecherladen fahren, um alles richtig zu stellen und die fehlenden Buecher einzusammeln.
Dann starteten Madame Esthee und ich damit die Buecher zu verteilen, was garnicht so einfach war. Wir mussten uns aus verschiedensten Listen zusammensuchen welche Kinder fuer die Buecher bezahlt hatten und welche nicht. Liste eins: Sir James nach Klassen sortierte Liste, Liste zwei: Sir James zusammengewuerfelte Notizen, Liste drei: Madame Esthees zusammengewurfelte Notizen und zu guter Letzt, Liste vier: Lucas nicht nach Klassen sortierte Liste. Ich denke man brauch sich nicht darueber wundern, dass wir des Oefteren Saetze hoerten wie ”Aber mein Papi hat doch vorgestern bezahlt” und dass im Grunde genommen alles sehr chaotisch und unstrukturiert verlief.
Nachdem Sir James von seiner Accra-Fortbildung wieder kam, hatte ich das grosse Vergnuegen ihn ein weiteres Mal zu begleiten - zu meinem geliebten Buchladen. Er ueberliess mir von vorneherein das Wort. ich leitete die zwei Angestellten im Buchladen an und ueberpruefte vor ihren Augen, ob sie sich auch ja nicht verzaehlten und nach nur zwei Stunden war Teil 2 der Buecher bereitgelegt. Er musste nur noch in Kisten transportfaehig verpackt werden und die zweite lange Rechnung musste ausgestellt werden. Waehrend die Buchladenmenschen diese Aufgabe erledigten, machten Sir James und ich uns auf die Suche nach Essen und wurden fuendig. Als wir nun zurueckkamen zum Buchladen war alles verpackt worden. Wer haette das gedacht? Die Rechnung wurde uebergeben, ein Taxi gefunden, wir strebten den Heimweg an und erreichten erfolgreich unser Ziel. Dieses Mal zwar eher als bei unserer ersten naechtlichen Reise, aber muede waren wir trotzdem, sodass wir direkt schlafen gingen. Am naechsten Tag hatte ich erneut die ehrenvolle Aufgabe unsere Ware zu ueberpruefen. Zu meinem und Sir James und unser aller Entsetzen durfte ich feststellen, dass uns eine ganze Kiste mit Buechern fehlte. Und ich hatte faelschlicherweise schon gedacht das Thema Buecher sei erledigt gewesen. Wir statteten unseren Freunden im Buchladen schliesslich einen vierten - vorraussichtlich letzten- Besuch ab und Sir James beschloss in Zukunft einen Buecherlieferanten zu engagieren - zu Recht, wie ich finde.
Mittlerweile liegen also ordentlich gestapelte Tuerme aus saemtlichen Schulbuechern in meinem Zimmerchen und warten darauf, dass sie an Schueler verteilt werden dessen Eltern die Gebuehren gezahlt haben. Ich bin echt gespannt an welchem Tag das letzte Buch seinen Besitzer gefunden hat und mein Zimmer verlaesst. Ich werde es Euch wissen lassen!
Mit dem Thema Schule verbindet man ja normalerweise Unterrichten und wie ich ja bereits erwaehnte, gehoert das nicht so wirklich zu meinem Aufgabenbereich. Ich korrigiere: nicht mehr. Ich moechte Euch schliesslich nicht vorenthalten, dass ich mein Glueck bereits versuchte - aber leider ohne Erfolg. Wegen des erheblichen Lehrermangels am Anfang des Terms meinte Sir James in der zweiten Woche: ”Luca, kannst Du mal bitte eben auf Klasse 2 aufpassen?” Ich definierte diesen Satz folgendermassen: ”Luca, geh bitte kurz in Klasse 2, versuche die Schueler dort ruhig zu stellen und beschaeftige sie auf irgendeine Art und Weise. Dann kannst Du wieder gehen.” Sir James Definition war etwas anders: ”Liebe Luca, solange ich noch keinen Lehrer fuer die Klasse gefunden habe, moechte ich, dass Du mit ihnen lernst. Allerdings sage ich Dir einfach jeden morgen fuenf Minuten vor Unterrichtsbeginn, dass Du Deinen Tag erneut mit ihnen verbringen darfst, damit Du auch ja keine Zeit fuer irgendwelche Vorbereitungen hast. ”
So stand ich also vier Tage lang vor einer Klasse mit 35 Schuelern ohne irgendwelche Materalien oder einer Ahnung davon, was man in Ghana in der zweiten Klasse lernt oder gar davon wie man hier am anderen Ende der Welt unterrichtet. Ich hatte schnell herausgefunden, dass die Kinder die Unterrichtseinheit ”Storytelling” liebten. Allerdings wunderte es mich auch nicht, dass nach der zehnten Geschichte Unruhe aufkam - vielleicht auch, weil ein Maedchen zum dritten Mal ihre Geschichte ”Baby, don`t cry” vortrug und jedes Mal bloss den Namen des Babys aenderte.
Ich versuchte die Klasse durch Englisch- und Matheuebungen ruhig zu stellen, was auch bestens funktionierte. Sobald die spontanausgedachten Aufgaben jedoch erledigt waren, begannen die Kinder erneut rumzuschreien. Da ich, im Gegensatz zu all den anderen Lehrern hier, keine Kinder schlagen werde, blieb mir lediglich die Moeglichkeit gegen den Laerm anzuschreien und Stoerenfriede umzusetzen. Am Ende von Tag vier hatte ich keine Motivation, Energie und Stimme mehr und bat Sir James um Erbarmen. Ich erklaerte ihm, dass ich lediglich ein gerade erst 18-jaehriges Maedchen mit wenig Unterrichtserfahrung sei und dass es mir schwer fiel die Klasse zu baendigen, da sie es nunmal gewohnt waren zur Strafe geschlagen zu werden, ich das aber keinesfalls machen wuerde. Er verstand mich sofort.
Am Anfang der naechsten Woche gab es dann auf einmal einen neuen Lehrer fuer Klasse 2 - schneller als gedacht. Gebracht haben die paar Tage mir trotzdem, dass ich nun einige Namen kenne, immer irgendjemand meinen Namen ruft und mir zuwinkt, wenn ich an der Klasse vorbeigehe und dass die Schueler besonders gerne in den Pausen zum Keksekaufen kommen.
Momentan gebe ich jeden Freitag, wenn ich Zeit habe, Sportunterricht. Mal der zweiten Klasse, mal der Dritten oder der Vierten. Das macht echt Spass, da die Schueler hochmotiviert sind und einen ausgepraegten Kampfgeist haben. In der letzten Stunde habe ich versucht Klasse 3 und 4 den Staffellauf beizubringen. Es hat etliche Versuche gedauert bis sie es verstanden hatten, dass immer nur einer aus dem Team laeuft und nicht alle gleichzeitig das Feld kreuzen. Dank der Trillerpfeife, die Sir James mir zuvor gekauft hat, war es allerdings garnicht allzu schwierig zu Wort zu kommen. Nach einigen Erklaerungsversuchen und Wiederholungen gab es dann auch endlich ein Gewinnerteam und viele jubelnde Kinder mit lachenden Gesichtern.
Jeden Nachmittag, nachdem alle Kinder im Bus sitzen oder bereits zuhause sind, helfe ich Sanctuary zwei Stunden lang(!) mit seinen Hausaufgaben und gebe ihm Nachhilfeunterricht in Englisch oder was sonst so ansteht. Der Schwerpunkt liegt auf Uebungen zur Aussprache, zum Buchstabieren und zum Schreiben. Abends besuche ich dann immer meine liebe Gastfamilie in ihren vier Waenden und helfe Suzzy (der Zweitjuengsten)dabei das ABC und Zahlen schreiben zu lernen oder Lavenda (der Zweitaeltesten) beim Rechnen.
So ganz bleibt das Unterrichten also garnicht aus, wenn man das mal so betrachtet hihi.
In der letzten Woche bekam ich dann einen grossen Eindruck von Madame Esthees Arbeit. Da die Mama der ”Kuechenhilfe” Madame Hanna gestorben war, blieb sie eine Woche lang zuhause und Madame Esthee bat mich um Hilfe in der Kueche. Ich half beim Kochen von Reis - es gibt hier jeden Tag Reis in verschiedensten Variationen, da es das einzige Essen ist, was alle Kinder moegen und alleine essen koennen. Ausserdem durfte ich das Essen ausschenken und dann beim Spuelen von 300 Schuesseln und Loeffeln und einigen Toepfen helfen - alles per Hand versteht sich. Die Woche hat aber echt viel Spass gemacht und ich wuerde jeder Zeit wieder ”JA” sagen, wenn Madame Esthee mich um Hilfe bittet.
So, ich komme dann mal zum Ende meines Berichtes, der schon wieder viel laenger als erwartet und geplant geworden ist. Als Fazit kann ich sagen, dass ich mich noch immer auf jeden Tag hier in der Schule und auf die Kinder freue, die wirklich super schnuckelig und bezaubernd sind. Das ist doch ein gutes Zeichen, nicht wahr?
Ich fuehle mich hier mehr als wohl und denke das habe ich hauptsaechlich meiner lieben Gastfamilie zu verdanken!
Charmante Gruesse im ersten original ghanaischen Kleid sendet Madame Luca
(so werde ich hier von allen Schulkindern genannt. Klingt spitze, nicht wahr? Ich finde, dass koennte ich bestens in Deutschland uebernehmen hihi)
Samstag, 1. November 2014
Montag, 6. Oktober 2014
Was fuers Auge..
Hallo ihr Lieben,
dieses Mal gibt es fuer Euch ein paar schoene Impressionen. Bilder, die einerseits meinen letzten Bericht veranschaulichen , Euch andererseits aber auch einfach die Schoenheit Ghanas und meines einjaehrigen Zuhauses zeigen werden.
Zunaechst einmal zu letzterem - ich praesentiere das reichlich gruene Grundstueck:
Das ist der Eingang zu meinem Appartement - Lucas Reich. Huebsch oder?
Der Wohnbereich mit Sofa, Tisch und Gasherd.
Der Schlafbereich mit Moskitoschutz - versteht sich ja von selbst.
Und das Bad mit einer wirklichen Toilette, wie man sie kennt!
Wenn der Generator dann mal eingeschaltet wird, nutze ich das natuerlich aus..
Nun folgt der Arbeitsbereich - die Kueche:
Hier wird sowohl gewaschen..
..als auch gekocht!
Ja, bei diesem Hahn handelt es sich um ein Tier, welches einst froehlich ueber das Grundstueck spazierte, mittlerweile allerdings verspeist wurde. Die Technik des Rupfens und Zerlegens war sehr interessant und er war sehr koestlich!
Anlass fuer ein derartiges Festmahl war der neunte Geburtstag von Sanctuary, dem Sohn! Als Geschenk haben Taylor, Lavenda, Suzy und ich Bilder fuer ihn gemalt. Ausserdem gab es zwei Luftballons, die allerdings nur circa zehn Minuten ueberlebten.
Und um die haeusliche Fuehrung abzuschliessen:
Der Brunnen.. ..und der Generator.
Nun folgen noch weitere Bilder, die sich auf meinen letzten Bericht beziehen:
Hierbei handelt es sich um die wundervollen Gebuehrenzettel, die ich einst mit James verteilte. Erinnert ihr Euch??
Der Besuch mit den Kindern bei der Fischfarm. Von den 40 Fischen leben mittlerweile nur noch drei hihi..
Das sind meine lieben Schwester mit denen ich wirklich viel viel Zeit verbringe! Mit Sanctuary natuerlich auch.
Diese Statue findet man gefuehlt in jedem Dorf. Eine Art Sehenswuerdigkeit wie ich finde.
Wer haette das gedacht. Selbst in Ghana gibt es Trecker - das Heimatgefuehl ist also da hihi!
..und zu guter letzt Justine! Das ist meine mittlerweile einjaehrige kleine Schwester. Ist sie nicht bezaubernd??
Ich hoffe, dass ihr Euch mit Hilfe dieser Bilder mein Leben ein wenig mehr vorstellen koennt. Der naechste Bericht ist schon halb vollendet und folgt bald.
Bis dahin vielen lieben Dank fuer Euer Interesse und Eure lieben Kommentare und sonstigen Nachrichten. Ich freue mich ueber jedes Lebenszeichen von Euch und denke an Euch!
Liebe ghanaische sonnige Gruesse sendet Luca
dieses Mal gibt es fuer Euch ein paar schoene Impressionen. Bilder, die einerseits meinen letzten Bericht veranschaulichen , Euch andererseits aber auch einfach die Schoenheit Ghanas und meines einjaehrigen Zuhauses zeigen werden.
Zunaechst einmal zu letzterem - ich praesentiere das reichlich gruene Grundstueck:
Das ist der Eingang zu meinem Appartement - Lucas Reich. Huebsch oder?
Der Wohnbereich mit Sofa, Tisch und Gasherd.
Der Schlafbereich mit Moskitoschutz - versteht sich ja von selbst.
Und das Bad mit einer wirklichen Toilette, wie man sie kennt!
Wenn der Generator dann mal eingeschaltet wird, nutze ich das natuerlich aus..
Nun folgt der Arbeitsbereich - die Kueche:
Hier wird sowohl gewaschen..
..als auch gekocht!
Ja, bei diesem Hahn handelt es sich um ein Tier, welches einst froehlich ueber das Grundstueck spazierte, mittlerweile allerdings verspeist wurde. Die Technik des Rupfens und Zerlegens war sehr interessant und er war sehr koestlich!
Anlass fuer ein derartiges Festmahl war der neunte Geburtstag von Sanctuary, dem Sohn! Als Geschenk haben Taylor, Lavenda, Suzy und ich Bilder fuer ihn gemalt. Ausserdem gab es zwei Luftballons, die allerdings nur circa zehn Minuten ueberlebten.
Und um die haeusliche Fuehrung abzuschliessen:
Der Brunnen.. ..und der Generator.
Nun folgen noch weitere Bilder, die sich auf meinen letzten Bericht beziehen:
Hierbei handelt es sich um die wundervollen Gebuehrenzettel, die ich einst mit James verteilte. Erinnert ihr Euch??
Der Besuch mit den Kindern bei der Fischfarm. Von den 40 Fischen leben mittlerweile nur noch drei hihi..
Das sind meine lieben Schwester mit denen ich wirklich viel viel Zeit verbringe! Mit Sanctuary natuerlich auch.
Diese Statue findet man gefuehlt in jedem Dorf. Eine Art Sehenswuerdigkeit wie ich finde.
Wer haette das gedacht. Selbst in Ghana gibt es Trecker - das Heimatgefuehl ist also da hihi!
..und zu guter letzt Justine! Das ist meine mittlerweile einjaehrige kleine Schwester. Ist sie nicht bezaubernd??
Ich hoffe, dass ihr Euch mit Hilfe dieser Bilder mein Leben ein wenig mehr vorstellen koennt. Der naechste Bericht ist schon halb vollendet und folgt bald.
Bis dahin vielen lieben Dank fuer Euer Interesse und Eure lieben Kommentare und sonstigen Nachrichten. Ich freue mich ueber jedes Lebenszeichen von Euch und denke an Euch!
Liebe ghanaische sonnige Gruesse sendet Luca
Montag, 15. September 2014
Erstes Lebenszeichen
Ich lebe nun schon seit knapp drei Wochen in Ghana und so langsam wird es mal Zeit für den ersten Bericht für Euch.
Ich weiß zugegebenermaßen garnicht womit ich anfangen soll. Mit meinen Eindrücken vom Land Ghana, mit meinen Aktivitäten, mit den Menschen, deren Mentalität, oder oder oder?!
Alles ist so neu für mich und komplett anders als Deutschland.
Im Vergleich zu all den neuen Erfahrungen und Erlebnissen war der Hinflug eigentlich recht unspektakulär, dabei war er mit einer Dauer von 10 Stunden und einem Flugzeugwechsel in Amsterdam der bisher längste und komplizierteste Flug meines Lebens.
Die erste Luft, die ich nach der Landung einatmete war ziemlich stickig, tropisch, „schmutzig“ und wortwörtlich atemberaubend. Meinen ersten Eindrücken nach beschreibt das Ghana sehr gut.
Nachdem ich die Passkontrolle erfolgreich überstanden, mein Gepäck gefunden, ein paar Euros in die ghanaische Währung CEDI umgetauscht und erste Taxifahrer und Gepäckträger abgewimmelt hatte, galt es James zu finden – meinen Ansprechpartner, den Schulleiter der „Kids of Light- School“.
Erstaunlicherweise führte das zu keinerlei Problemen, obwohl er ganz am Ende einer Reihe von ähnlich fremd aussehenden dunkelhäutigen Menschen stand und er der einzige von Ihnen war, der kein „Abhol-Namensschild“ in seiner Hand hielt. James empfing mich herzlich und wir starteten unsere nächtliche Reise.
Mit einem Taxi fuhren wir zur Busstation und das Warten begann – ein zweistündiges Warten darauf, dass sich genug Leute für einen Bus zusammen gefunden hatten, die das gleiche Ziel wie wir anstrebten, Kumasi. Währenddessen guckten wir irgendwo in einer kleinen Ecke des Busplatzes Fernsehen – U20 Frauenfinale Deutschland gegen Nigeria und James brachte mit jegliche Nahrung. Wie mir später berichtet wurde siegte Deutschland.
Die Busfahrt verschlief ich und von Kumasi ging es dann mit dem Trotro nach Kona, dem Zielort. Ein Trotro ist ein Bulli, in den so viele Sitze wie möglich gequetscht sind, um möglichst viele Menschen für möglichst wenig Geld von einem Ort zum Anderen zu bringen. Es handelt sich um Autos, die in Deutschland, denke ich, nicht zugelassen wären und fürchterlich unbequem sind, aber in Ghana wegen der günstigen Preise sehr beliebte Fortbewegungsmittel sind.
Ich war fasziniert davon, wie viele Menschen nachts auf den Straßen waren und versuchten ihre Wahren zu verkaufen oder eben die Menschen zu kutschieren – zu viele. Und überhaupt ist alles anders.Es gibt keine Häuser wie ich sie kenne. Die meisten Menschen wohnen in Hütten oder in nicht vollständig eingerichteten Betongebilden. Da es keine Mülleimer zu finden gibt, werfen die Menschen ihren Müll auf die Straßen und alles ist schmutzig. À propos Straßen - richtig gute Straßen gibt es nur selten, bloß überwiegend Sandwege mit riesigen Löchern, was den Zustand der Autos in Ghana erklärt.
Ghana ist zwar eines der am weitesten entwickelten Länder in Afrika, aber im Vergleich zu Deutschland steht es noch relativ weit am Anfang der Entwicklung. Genau das ist es allerdings, was das Leben hier so spannend und interessant macht.
Nach unserer Ankunft in meinem neuen Zuhause für ein Jahr, stellte James mir zuerst seine Frau Esther (auch Esthee genannt) und seine jüngste Tochter Justine (11 Monate) vor. Die anderen vier Kinder waren auf Grund der Schulferien bei ihrer Tante, wo sie die Ferienschule besuchten. Dann führte James mich über sein Grundstück, das ein wenig hinter der Kleinstadt Kona gelegen ist – in Deutschland würde man die Lage wohl Dorfbauernschaft nennen. Es ist ein großes Grundstück auf dem sämtliche Pflanzen zu finden sind. Um Geld für die Finanzierung und jetzigen Entwicklung seiner Schule aufzubringen, hat James sich vor vielen Jahren selbstständig gemacht. Seine Firma „Green Skies Ventures“ verkauft Pflanzen und designet und bepflanzt Gärten. Aus diesem Grund ist sein Garten besonders pflanzenreich und schön. Des öfteren kommen Hochzeitspaare hierher, um unter den Palmen oder vor den bunten Blumen Erinnerungsbilder zu machen.
Nun zeigte James mir meine Unterkunft. Ich wohne hier in meinen eigenen vier Wänden, einem zweiräumigen Appartement, das James einst selber für Gäste und Volunteers gebaut hat. Es verfügt sogar über ein kleines Bad mit einer Toilette und einer Dusche. Da es hier kein fließendes Wasser gibt, funktioniert die Toilettenspülung und der Duschhahn allerdings nicht. Jeden Tag holen wir Wasser aus dem Brunnen und das Kurbeln ist garnicht mal so einfach. Ebenso wenig wie das Tragen der Eimer in mein Bad. In diesem Jahr werden meine nicht vorhandenen Armmuskeln sehr beansprucht. Nicht nur beim Wasserschöpfen, sondern auch beim Kochen und Wäschewaschen. Es gibt hier keinen Herd und auch keine Waschmaschine. Gekocht wird auf einem selbst entfachten Feuer – einer Art Holzkohlegrill. Unsere Kleidung waschen wir mit der Hand in einem Wasserbad, indem wir nach Hinzufügen von Seife, die Kleidungsstücke mit viel Kraft aneinander reiben, um die Flecken zu entfernen. Das ist unwesentlich umständlicher und zeitintensiver als eine Waschmaschine zu betätigen.
Wir haben hier nicht nur kein fließendes Wasser, sondern auch keinen fließenden Strom. Wenn man allerdings doch mal elektronische Geräte aufladen möchte, muss man Benzin kaufen, das dann einen Generator antreibt. Oder man hat einfach einen schlauen Papa, der einem in Deutschland zwei Solarpanels gekauft hat – Sonne gibt es hier schließlich genug.
Ghana hat keine Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst, Winter, wie wir in Deutschland. Hier gibt es Regen- und Trockenzeiten. Im Moment haben wir eine Regenzeit. Man muss sich darunter keinen endlosen Dauerregen vorstellen, sondern bloß plötzlich auftretende starke Platzregen, mit denen man nicht gerechnet hätte.
Aber nun genug zu meinen ersten Eindrücken vom Land Ghana und der Lebensweise. Manche von Euch fragen sich sicherlich, wie ich meine Tage hier gestalte und welche Aktivitäten ich habe. Die letzten drei Wochen waren absolut unterschiedlich.
Die erste Woche verbrachte ich quasi rund um die Uhr mit James. Er nahm mich überall mit hin und ich durfte ihn zu all seinen „Terminen“ begleiten. James hatte sehr viel vorzubereiten für den Schulstart. Er musste zum Beispiel einen Gebührenzettel für die Eltern erstellen auf dem alle zu zahlenden Kosten für die Privatschule aufgelistet waren – Schulkosten, Bücherkosten, Heftkosten, Transportkosten und Kantinenkosten. Nachdem wir also in einem Bücherladen verschiedene Schulbücher ausgesucht und ihre Preise in Erfahrung gebracht hatten, gingen wir in einen „Druckerladen“. Dort war es dann meine Aufgabe eine Worddatei zu erstellen, in der alle anfallenden Kosten logisch und übersichtlich dargestellt waren. Dazu durfte ich den Laptop des Ladenbesitzers verwenden. Jeder Deutsche hätte vermutlich eine Datei zuhause vorbereitet und dann bloß die Kosten für die Bücher eingefügt – aber die Ghanaer scheinen eben mehr Zeit zu haben. Nachdem die Zettel 300mal ausgedruckt und ebenso viele Briefumschläge gekauft waren, galt es die Gebührenzettel zu verteilen. Und nein, das ist nicht so wie in Deutschland, dass man sie sorgfältig sortiert, adressiert, frankiert und zur Post bringt. Oh nein – das wäre ja langweilig! Die Gebührenzettel werden zu den Eltern persönlich zu Fuß gebracht und vor ihren Augen in unsauber gestempelte Briefumschläge verpackt. An dieser Stelle sollte ich betonen, dass es in den verschiedenen Städten aus denen die Schüler kommen (Kona, Agona, Jamasi, T.Odumasi) keine sonderlich bekannten Straßen oder Hausnummern oder sogar Häuser gibt. Man fragt sich von Hütte zu Bude und läuft unzählige Kilometer. Da über 200 Schüler die „Kids of Light-School“ besuchen, ist diese Aufgabe nicht an einem Tag zu erledigen. Nein, ich glaube wir haben insgesamt drei Tage investiert. Wenn man sich nicht um ausreichend Sonnenschutz kümmert, endet man wie ich – krebsrot. Die Ghanaer stört das allerdings garnicht, da meine Haut ja dennoch weiß ist. Viele der Kinder, die wir aufsuchten, hatten bislang nur im Fernsehen und in Filmen hellhäutige Menschen gesehen. Mich zu treffen war quasi eine Bestätigung dafür, dass es Weiße tatsächlich gibt. So kam es also nicht allzu selten vor, dass man mir „Bruni“ zurief. In der afrikanischen Sprache Twi, die die Menschen in der Region in der ich lebe sprechen, bedeutet das „Europäer“. Außerdem wurden wir des öfteren von Kinderscharen umzingelt und begleitet. Wie viele Hände ich in diesen Tagen geschüttelt habe, habe ich nicht gezählt. Vermutlich mehr als in all den Jahren meines bisherigen Lebens. Man könnte meinen ich würde auf meine Hautfarbe reduziert werden, aber das wäre keinesfalls abwertend gemeint. Für die Menschen bin ich eine Art Attraktion, der immer direkt ein Stuhl oder Wasser angeboten wird – ziemlich praktisch eigentlich. Trotzdem habe ich noch nie zuvor so bewusst über meine Hautfarbe nachgedacht wie hier in Ghana. Irgendwann male ich mich mit Kohle an – dann dürfte man mich doch eigentlich nicht mehr als „Bruni“ bezeichnen, oder?
Wenn James und ich also nicht gerade Briefe verteilten, gingen wir seiner zweiten Leidenschaft und Arbeit, den Pflanzen, nach. Wir arbeiteten zwei Tage daran einen Garten zu bepflanzen, den James vorher designet und vermessen hat. Während des ersten Tages erlebte ich meinen ersten ghanaischen Platzregen. Er dauerte zwei Stunden lang, die wir dann schlafend verbrachten. Wie könnte man die Zeit schon sinnvoller nutzen?
Außerdem besuchten James und ich einige reiche Ghanaer, um ihnen Empfehlungen zu ihrem Garten oder der Gestaltung ihres Hauses zu geben oder um ihren Arbeitern bestimmte Anweisungen zur Umsetzung der Arbeit zu erteilen. Beispielsweise durfte ich an einem Treffen mit dem Chief von Kona teilnehmen. Er hatte James und ein paar Berater zu sich nach Hause eingeladen, um zusammen mit Ihnen die Dekoration und den Vorgarten eines Hauses festzulegen, in dem Treffen zwischen allen Chiefs der Umgebung stattfinden werden. Der Chief wohnt in einem luxuriösen Haus, das mit verschiedenen Statuen geschmückt ist und eine Klimaanlage, Fernsehen und fließendes Wasser hat. Ein Angestellter von ihm versorgte uns während der Besprechung mit Getränken, von denen eine vielfältige Auswahl vorhanden war.
Wir besuchten außerdem noch zwei weitere reichere Menschen, nur um ihren Gärtnern Tipps zur richtigen Gartenpflege zu geben oder um kranke Pflanzen von ihnen zu retten. Bei einem der beiden Besuche mussten wir den Security-Mann am Tor des Grundstücks erst überzeugen, dass wir auch wirklich eingeladen waren. Es gibt eben nicht nur arme Menschen in Ghana..
James half mir in der ersten Woche auch dabei die Umgebung besser kennen zu lernen und organisatorische Dinge zu regeln. Er besuchte mit mir den Markt in Kumasi, um dort Stoffe zu kaufen aus denen in näherer Zukunft afrikanische Kleider für mich genäht werden. Er zeigt mir verschiedene Ecken von Kumasi, wie beispielsweise das größte Krankenhaus und einen Supermarkt, der einem deutschen Laden mehr ähnelt als die Buden, die in den kleineren Städten zu finden sind. James kaufte mit mir eine Handykarte, mit der ich eigentlich Internetzugang haben sollte. Aus unerklärlichen Gründen weigerte sich mein Handy allerdings mir mit Hilfe vom Internet das Kontakthalten mit Euch zu erleichtern. Deshalb besuchten wir zweimal ein Internetcafé, sodass ich immerhin schon ein bisschen skypen konnte. Ich werde bald den Vodafone-Store aufsuchen und von da an sollte mein Internetproblem hoffentlich gelöst sein.
Jeden Sonntag besucht James und seine Familie die Kirche, wenn nichts Wichtigeres zu erledigen ist. Es handelt sich um eine Art Gospelkirche mit anliegendem Gebäude für Kinderbibelstunden. Während die Erwachsenen also die Messe besuchen, wird den Kindern von Lehrern auf spielerische Art und Weise der Glaube und die Bibel näher geführt. James ist einer der Lehrer.
Die Stimmung der Messe für die Erwachsenen ist kaum vergleichbar mit der Atmosphäre in deutschen Messen. Während der Pastor Bibelstellen vorliest, verfolgen die Menschen diese in ihren Bibeln, die sie von zuhause mitgebracht haben. Nach jeder Bibelstelle hält der Pastor eine Predigt. Die Menschen können deren Inhalte auf einer Leinwand verfolgen und jubeln oder klatschen als Bestätigung dafür, dass sie die Meinung des Pastors teilen. Er begeistert die Menschenmenge. Gebetet wird indem jeder seine Gedanken, Gefühle und Bitten zur gleichen Zeit laut ausspricht – bei der Geräuschkulisse versteht man dann sein eigenes Wort nicht mehr. Gesungen wird mal gemeinsam mit Hilfe der Leinwand, mal singt allerdings auch der Gospelchor, was sehr schön klingt. Zur Kommunion wird jedem eine Hostie gereicht und eine Art Pinntchen gefüllt mit Traubensaft oder ähnlichem. Alles in allem gibt es demnach Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen ghanaischen und deutschen Messen.
Die zweite Woche verbrachte ich hauptsächlich mit Esthee, weil James den neu gekauften Schulbus abschleifen, reparieren und anmalen musste, damit auch wirklich alles soweit für den Schulstart vorbereitet war. Ich durfte Esthee beim Zubereiten von afrikanischen Gerichten helfen, mit ihr Kleidung oder Töpfe waschen und sie zum Markt in Agona begleiten. Eine echte Hausfrauenwoche eben, die für mich sehr spannend und hilfreich war. In der Mitte der Woche brachte Esthees Schwester dann die anderen Kinder zurück – Sanctuary (9 Jahre), Lavenda (8 Jahre), Taylor (5 Jahre) und Susanna (4 Jahre). Es handelt sich um sehr aktive, aber dennoch absolut liebenswerte Kinder, die sehr gerne viel Krach machen und am liebsten pausenlos mit mir spielen möchten. Sie hatten auch die wundervolle Idee zu einer Fischfarm in der Nähe zu gehen und den Besitzer dort um ein paar Fische zu beten. Seitdem sind wir Halter von circa 30 kleinen Fischen, deren Wasser täglich gewechselt werden muss und die 5mal am Tag gefüttert werden möchten.
Außerdem bringe ich Sanctuary das Tippen bei, wobei ich doch selber nicht mal das Zehnfinger-System beherrsche. Egal, die Theorie kenne ich ja zumindest. Wir verwenden dazu vorerst eine alte Schreibmaschine um später dann auf den Computer umzusteigen.
Also langweilig wird mir hier auf jeden Fall nicht so schnell.
Mittlerweile hat die Schule schon begonnen und ich habe an einer klassisch ghanaischen Beerdigung teilgenommen. Davon berichte ich euch dann in näherer Zukunft, wenn ich die Zeit finde weiterzuschreiben. Auf Grund der 1000 neuen Eindrücke fällt es mir nämlich sehr schwer mich bei meinen Beschreibungen kurz zu fassen. Ich hoffe, dass ihr nun schon eine kleine Vorstellung über mein Leben hier in Ghana habt und freue mich über liebe Worte und Kommentare von Euch. Es hat mich übrigens sehr gerührt zu hören wie viele Menschen zuhause Mama und Papa über mein Wohlergehen ausquetschen – das wollte ich noch unbedingt gesagt haben!
Ganz ganz liebe Grüße nach Deutschland! Ich hoffe es geht auch gut da oben! Eure Luca
P.s. Die ersten Fotos folgen bald!
Ich weiß zugegebenermaßen garnicht womit ich anfangen soll. Mit meinen Eindrücken vom Land Ghana, mit meinen Aktivitäten, mit den Menschen, deren Mentalität, oder oder oder?!
Alles ist so neu für mich und komplett anders als Deutschland.
Im Vergleich zu all den neuen Erfahrungen und Erlebnissen war der Hinflug eigentlich recht unspektakulär, dabei war er mit einer Dauer von 10 Stunden und einem Flugzeugwechsel in Amsterdam der bisher längste und komplizierteste Flug meines Lebens.
Die erste Luft, die ich nach der Landung einatmete war ziemlich stickig, tropisch, „schmutzig“ und wortwörtlich atemberaubend. Meinen ersten Eindrücken nach beschreibt das Ghana sehr gut.
Nachdem ich die Passkontrolle erfolgreich überstanden, mein Gepäck gefunden, ein paar Euros in die ghanaische Währung CEDI umgetauscht und erste Taxifahrer und Gepäckträger abgewimmelt hatte, galt es James zu finden – meinen Ansprechpartner, den Schulleiter der „Kids of Light- School“.
Erstaunlicherweise führte das zu keinerlei Problemen, obwohl er ganz am Ende einer Reihe von ähnlich fremd aussehenden dunkelhäutigen Menschen stand und er der einzige von Ihnen war, der kein „Abhol-Namensschild“ in seiner Hand hielt. James empfing mich herzlich und wir starteten unsere nächtliche Reise.
Mit einem Taxi fuhren wir zur Busstation und das Warten begann – ein zweistündiges Warten darauf, dass sich genug Leute für einen Bus zusammen gefunden hatten, die das gleiche Ziel wie wir anstrebten, Kumasi. Währenddessen guckten wir irgendwo in einer kleinen Ecke des Busplatzes Fernsehen – U20 Frauenfinale Deutschland gegen Nigeria und James brachte mit jegliche Nahrung. Wie mir später berichtet wurde siegte Deutschland.
Die Busfahrt verschlief ich und von Kumasi ging es dann mit dem Trotro nach Kona, dem Zielort. Ein Trotro ist ein Bulli, in den so viele Sitze wie möglich gequetscht sind, um möglichst viele Menschen für möglichst wenig Geld von einem Ort zum Anderen zu bringen. Es handelt sich um Autos, die in Deutschland, denke ich, nicht zugelassen wären und fürchterlich unbequem sind, aber in Ghana wegen der günstigen Preise sehr beliebte Fortbewegungsmittel sind.
Ich war fasziniert davon, wie viele Menschen nachts auf den Straßen waren und versuchten ihre Wahren zu verkaufen oder eben die Menschen zu kutschieren – zu viele. Und überhaupt ist alles anders.Es gibt keine Häuser wie ich sie kenne. Die meisten Menschen wohnen in Hütten oder in nicht vollständig eingerichteten Betongebilden. Da es keine Mülleimer zu finden gibt, werfen die Menschen ihren Müll auf die Straßen und alles ist schmutzig. À propos Straßen - richtig gute Straßen gibt es nur selten, bloß überwiegend Sandwege mit riesigen Löchern, was den Zustand der Autos in Ghana erklärt.
Ghana ist zwar eines der am weitesten entwickelten Länder in Afrika, aber im Vergleich zu Deutschland steht es noch relativ weit am Anfang der Entwicklung. Genau das ist es allerdings, was das Leben hier so spannend und interessant macht.
Nach unserer Ankunft in meinem neuen Zuhause für ein Jahr, stellte James mir zuerst seine Frau Esther (auch Esthee genannt) und seine jüngste Tochter Justine (11 Monate) vor. Die anderen vier Kinder waren auf Grund der Schulferien bei ihrer Tante, wo sie die Ferienschule besuchten. Dann führte James mich über sein Grundstück, das ein wenig hinter der Kleinstadt Kona gelegen ist – in Deutschland würde man die Lage wohl Dorfbauernschaft nennen. Es ist ein großes Grundstück auf dem sämtliche Pflanzen zu finden sind. Um Geld für die Finanzierung und jetzigen Entwicklung seiner Schule aufzubringen, hat James sich vor vielen Jahren selbstständig gemacht. Seine Firma „Green Skies Ventures“ verkauft Pflanzen und designet und bepflanzt Gärten. Aus diesem Grund ist sein Garten besonders pflanzenreich und schön. Des öfteren kommen Hochzeitspaare hierher, um unter den Palmen oder vor den bunten Blumen Erinnerungsbilder zu machen.
Nun zeigte James mir meine Unterkunft. Ich wohne hier in meinen eigenen vier Wänden, einem zweiräumigen Appartement, das James einst selber für Gäste und Volunteers gebaut hat. Es verfügt sogar über ein kleines Bad mit einer Toilette und einer Dusche. Da es hier kein fließendes Wasser gibt, funktioniert die Toilettenspülung und der Duschhahn allerdings nicht. Jeden Tag holen wir Wasser aus dem Brunnen und das Kurbeln ist garnicht mal so einfach. Ebenso wenig wie das Tragen der Eimer in mein Bad. In diesem Jahr werden meine nicht vorhandenen Armmuskeln sehr beansprucht. Nicht nur beim Wasserschöpfen, sondern auch beim Kochen und Wäschewaschen. Es gibt hier keinen Herd und auch keine Waschmaschine. Gekocht wird auf einem selbst entfachten Feuer – einer Art Holzkohlegrill. Unsere Kleidung waschen wir mit der Hand in einem Wasserbad, indem wir nach Hinzufügen von Seife, die Kleidungsstücke mit viel Kraft aneinander reiben, um die Flecken zu entfernen. Das ist unwesentlich umständlicher und zeitintensiver als eine Waschmaschine zu betätigen.
Wir haben hier nicht nur kein fließendes Wasser, sondern auch keinen fließenden Strom. Wenn man allerdings doch mal elektronische Geräte aufladen möchte, muss man Benzin kaufen, das dann einen Generator antreibt. Oder man hat einfach einen schlauen Papa, der einem in Deutschland zwei Solarpanels gekauft hat – Sonne gibt es hier schließlich genug.
Ghana hat keine Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst, Winter, wie wir in Deutschland. Hier gibt es Regen- und Trockenzeiten. Im Moment haben wir eine Regenzeit. Man muss sich darunter keinen endlosen Dauerregen vorstellen, sondern bloß plötzlich auftretende starke Platzregen, mit denen man nicht gerechnet hätte.
Aber nun genug zu meinen ersten Eindrücken vom Land Ghana und der Lebensweise. Manche von Euch fragen sich sicherlich, wie ich meine Tage hier gestalte und welche Aktivitäten ich habe. Die letzten drei Wochen waren absolut unterschiedlich.
Die erste Woche verbrachte ich quasi rund um die Uhr mit James. Er nahm mich überall mit hin und ich durfte ihn zu all seinen „Terminen“ begleiten. James hatte sehr viel vorzubereiten für den Schulstart. Er musste zum Beispiel einen Gebührenzettel für die Eltern erstellen auf dem alle zu zahlenden Kosten für die Privatschule aufgelistet waren – Schulkosten, Bücherkosten, Heftkosten, Transportkosten und Kantinenkosten. Nachdem wir also in einem Bücherladen verschiedene Schulbücher ausgesucht und ihre Preise in Erfahrung gebracht hatten, gingen wir in einen „Druckerladen“. Dort war es dann meine Aufgabe eine Worddatei zu erstellen, in der alle anfallenden Kosten logisch und übersichtlich dargestellt waren. Dazu durfte ich den Laptop des Ladenbesitzers verwenden. Jeder Deutsche hätte vermutlich eine Datei zuhause vorbereitet und dann bloß die Kosten für die Bücher eingefügt – aber die Ghanaer scheinen eben mehr Zeit zu haben. Nachdem die Zettel 300mal ausgedruckt und ebenso viele Briefumschläge gekauft waren, galt es die Gebührenzettel zu verteilen. Und nein, das ist nicht so wie in Deutschland, dass man sie sorgfältig sortiert, adressiert, frankiert und zur Post bringt. Oh nein – das wäre ja langweilig! Die Gebührenzettel werden zu den Eltern persönlich zu Fuß gebracht und vor ihren Augen in unsauber gestempelte Briefumschläge verpackt. An dieser Stelle sollte ich betonen, dass es in den verschiedenen Städten aus denen die Schüler kommen (Kona, Agona, Jamasi, T.Odumasi) keine sonderlich bekannten Straßen oder Hausnummern oder sogar Häuser gibt. Man fragt sich von Hütte zu Bude und läuft unzählige Kilometer. Da über 200 Schüler die „Kids of Light-School“ besuchen, ist diese Aufgabe nicht an einem Tag zu erledigen. Nein, ich glaube wir haben insgesamt drei Tage investiert. Wenn man sich nicht um ausreichend Sonnenschutz kümmert, endet man wie ich – krebsrot. Die Ghanaer stört das allerdings garnicht, da meine Haut ja dennoch weiß ist. Viele der Kinder, die wir aufsuchten, hatten bislang nur im Fernsehen und in Filmen hellhäutige Menschen gesehen. Mich zu treffen war quasi eine Bestätigung dafür, dass es Weiße tatsächlich gibt. So kam es also nicht allzu selten vor, dass man mir „Bruni“ zurief. In der afrikanischen Sprache Twi, die die Menschen in der Region in der ich lebe sprechen, bedeutet das „Europäer“. Außerdem wurden wir des öfteren von Kinderscharen umzingelt und begleitet. Wie viele Hände ich in diesen Tagen geschüttelt habe, habe ich nicht gezählt. Vermutlich mehr als in all den Jahren meines bisherigen Lebens. Man könnte meinen ich würde auf meine Hautfarbe reduziert werden, aber das wäre keinesfalls abwertend gemeint. Für die Menschen bin ich eine Art Attraktion, der immer direkt ein Stuhl oder Wasser angeboten wird – ziemlich praktisch eigentlich. Trotzdem habe ich noch nie zuvor so bewusst über meine Hautfarbe nachgedacht wie hier in Ghana. Irgendwann male ich mich mit Kohle an – dann dürfte man mich doch eigentlich nicht mehr als „Bruni“ bezeichnen, oder?
Wenn James und ich also nicht gerade Briefe verteilten, gingen wir seiner zweiten Leidenschaft und Arbeit, den Pflanzen, nach. Wir arbeiteten zwei Tage daran einen Garten zu bepflanzen, den James vorher designet und vermessen hat. Während des ersten Tages erlebte ich meinen ersten ghanaischen Platzregen. Er dauerte zwei Stunden lang, die wir dann schlafend verbrachten. Wie könnte man die Zeit schon sinnvoller nutzen?
Außerdem besuchten James und ich einige reiche Ghanaer, um ihnen Empfehlungen zu ihrem Garten oder der Gestaltung ihres Hauses zu geben oder um ihren Arbeitern bestimmte Anweisungen zur Umsetzung der Arbeit zu erteilen. Beispielsweise durfte ich an einem Treffen mit dem Chief von Kona teilnehmen. Er hatte James und ein paar Berater zu sich nach Hause eingeladen, um zusammen mit Ihnen die Dekoration und den Vorgarten eines Hauses festzulegen, in dem Treffen zwischen allen Chiefs der Umgebung stattfinden werden. Der Chief wohnt in einem luxuriösen Haus, das mit verschiedenen Statuen geschmückt ist und eine Klimaanlage, Fernsehen und fließendes Wasser hat. Ein Angestellter von ihm versorgte uns während der Besprechung mit Getränken, von denen eine vielfältige Auswahl vorhanden war.
Wir besuchten außerdem noch zwei weitere reichere Menschen, nur um ihren Gärtnern Tipps zur richtigen Gartenpflege zu geben oder um kranke Pflanzen von ihnen zu retten. Bei einem der beiden Besuche mussten wir den Security-Mann am Tor des Grundstücks erst überzeugen, dass wir auch wirklich eingeladen waren. Es gibt eben nicht nur arme Menschen in Ghana..
James half mir in der ersten Woche auch dabei die Umgebung besser kennen zu lernen und organisatorische Dinge zu regeln. Er besuchte mit mir den Markt in Kumasi, um dort Stoffe zu kaufen aus denen in näherer Zukunft afrikanische Kleider für mich genäht werden. Er zeigt mir verschiedene Ecken von Kumasi, wie beispielsweise das größte Krankenhaus und einen Supermarkt, der einem deutschen Laden mehr ähnelt als die Buden, die in den kleineren Städten zu finden sind. James kaufte mit mir eine Handykarte, mit der ich eigentlich Internetzugang haben sollte. Aus unerklärlichen Gründen weigerte sich mein Handy allerdings mir mit Hilfe vom Internet das Kontakthalten mit Euch zu erleichtern. Deshalb besuchten wir zweimal ein Internetcafé, sodass ich immerhin schon ein bisschen skypen konnte. Ich werde bald den Vodafone-Store aufsuchen und von da an sollte mein Internetproblem hoffentlich gelöst sein.
Jeden Sonntag besucht James und seine Familie die Kirche, wenn nichts Wichtigeres zu erledigen ist. Es handelt sich um eine Art Gospelkirche mit anliegendem Gebäude für Kinderbibelstunden. Während die Erwachsenen also die Messe besuchen, wird den Kindern von Lehrern auf spielerische Art und Weise der Glaube und die Bibel näher geführt. James ist einer der Lehrer.
Die Stimmung der Messe für die Erwachsenen ist kaum vergleichbar mit der Atmosphäre in deutschen Messen. Während der Pastor Bibelstellen vorliest, verfolgen die Menschen diese in ihren Bibeln, die sie von zuhause mitgebracht haben. Nach jeder Bibelstelle hält der Pastor eine Predigt. Die Menschen können deren Inhalte auf einer Leinwand verfolgen und jubeln oder klatschen als Bestätigung dafür, dass sie die Meinung des Pastors teilen. Er begeistert die Menschenmenge. Gebetet wird indem jeder seine Gedanken, Gefühle und Bitten zur gleichen Zeit laut ausspricht – bei der Geräuschkulisse versteht man dann sein eigenes Wort nicht mehr. Gesungen wird mal gemeinsam mit Hilfe der Leinwand, mal singt allerdings auch der Gospelchor, was sehr schön klingt. Zur Kommunion wird jedem eine Hostie gereicht und eine Art Pinntchen gefüllt mit Traubensaft oder ähnlichem. Alles in allem gibt es demnach Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen ghanaischen und deutschen Messen.
Die zweite Woche verbrachte ich hauptsächlich mit Esthee, weil James den neu gekauften Schulbus abschleifen, reparieren und anmalen musste, damit auch wirklich alles soweit für den Schulstart vorbereitet war. Ich durfte Esthee beim Zubereiten von afrikanischen Gerichten helfen, mit ihr Kleidung oder Töpfe waschen und sie zum Markt in Agona begleiten. Eine echte Hausfrauenwoche eben, die für mich sehr spannend und hilfreich war. In der Mitte der Woche brachte Esthees Schwester dann die anderen Kinder zurück – Sanctuary (9 Jahre), Lavenda (8 Jahre), Taylor (5 Jahre) und Susanna (4 Jahre). Es handelt sich um sehr aktive, aber dennoch absolut liebenswerte Kinder, die sehr gerne viel Krach machen und am liebsten pausenlos mit mir spielen möchten. Sie hatten auch die wundervolle Idee zu einer Fischfarm in der Nähe zu gehen und den Besitzer dort um ein paar Fische zu beten. Seitdem sind wir Halter von circa 30 kleinen Fischen, deren Wasser täglich gewechselt werden muss und die 5mal am Tag gefüttert werden möchten.
Außerdem bringe ich Sanctuary das Tippen bei, wobei ich doch selber nicht mal das Zehnfinger-System beherrsche. Egal, die Theorie kenne ich ja zumindest. Wir verwenden dazu vorerst eine alte Schreibmaschine um später dann auf den Computer umzusteigen.
Also langweilig wird mir hier auf jeden Fall nicht so schnell.
Mittlerweile hat die Schule schon begonnen und ich habe an einer klassisch ghanaischen Beerdigung teilgenommen. Davon berichte ich euch dann in näherer Zukunft, wenn ich die Zeit finde weiterzuschreiben. Auf Grund der 1000 neuen Eindrücke fällt es mir nämlich sehr schwer mich bei meinen Beschreibungen kurz zu fassen. Ich hoffe, dass ihr nun schon eine kleine Vorstellung über mein Leben hier in Ghana habt und freue mich über liebe Worte und Kommentare von Euch. Es hat mich übrigens sehr gerührt zu hören wie viele Menschen zuhause Mama und Papa über mein Wohlergehen ausquetschen – das wollte ich noch unbedingt gesagt haben!
Ganz ganz liebe Grüße nach Deutschland! Ich hoffe es geht auch gut da oben! Eure Luca
P.s. Die ersten Fotos folgen bald!
Donnerstag, 14. August 2014
So langsam wird es ernst..
Die Tage bis zu meiner Ausreise lassen sich nun an nur noch zwei Händen abzählen.
Seit heute steht meine Packliste, die bislang "nur" drei kleinbeschriebene Seiten umfasst. Außerdem werden die letzten Pakete mit wichtigen, langersehnten Inhalten geliefert und weitere letzte Vorbereitungen werden getroffen!
So langsam wird es ernst!!!
Montag, 4. August 2014
Meine Einsatzstelle
Der sfd hat ein großes Angebot an Einsatzstellen sowohl in Europa, als auch "Übersee" in Afrika, Lateinamerika, Nordamerika und Ostasien. Nicht nur die geografische Auswahl ist vielfältig, sondern auch das Aufgabenspektrum bietet viele Möglichkeiten. Es gibt Einsatzstellen in denen man Menschen mit Behinderungen unterstützt. Außerdem kann man in Kinderheimen, Schulen oder Jugendherbergen mitarbeiten oder in Bildungsprojekten der künstlerischen Erziehung oder der ökologischen Landwirtschaft mithelfen.
Die Entscheidung für meine Einsatzstelle fiel mir recht leicht. Für mich stand fest, dass ich für ein Jahr in einem afrikanischen Land leben möchte, um dort mit Kindern zu arbeiten. Da ich das Studium "Lehramt im Grundschulbereich" in Betracht ziehe, überzeugte mich folgendes Projektangebot:
Die "Kids of Light School" in Ghana.
Sie befindet sich in der Ashanti-Region Ghanas und ist eine staatlich anerkannte Schule für Kinder im Vorschulalter sowie der first- und second-grade, welche vergleichbar mit der Grundschule in Deutschland ist. Gegründet wurde sie von James Danso im Jahr 2009, der seinen eigenen Kindern eine ordentliche Schulausbildung ermöglichen wollte und seine Räume auch weiteren Kindern aus der Region öffnete.
Aktuell besuchen 100-150 Kinder im Alter zwischen 2-9 Jahren die Schule. Sie werden von sechs angestellten LehrerInnen unterrichtet. Die Schule beschreibt sich selbst als alternative Schule in der Hinsicht, dass auf die Lernbedürfnisse der Schüler und Schülerinnen eingegangen wird und kreative Angebote neben dem formalen Schulunterricht stattfinden. Inzwischen gibt es schon einige integrierte Projekte, wie eine Gärtnerei und ein Naturkundemuseum. Noch weitere Projekte neben dem Schulbetrieb sind geplant.
In meinen Aufgabenbereich, als Freiwillige, fällt zunächst einmal das Unterstützen beim Unterrichten von Englisch, Mathematik, Sport und Kunst. Nach kurzer Zeit der Eingewöhnung darf ich gegebenenfalls selbstständig eine Klasse übernehmen. Zudem werde ich Freizeitaktivitäten für die Schüler und Schülerinnen vorbereiten, um diese dann anschließend mit ihnen durchführen. Im angegliederten Naturkundemuseum oder in der Gärtnerei ist meine Unterstützung bei handwerklichen und hausmeisterlichen Aufgaben gefragt.
Dieses alles sind die Aufgaben,die laut der "Stellenbeschreibung" für die "Kids of Light School" auf mich zukommen, aber ich bin sehr offen für sonstige Aufgabenbereiche und lasse mich von den Schülern, der Schule und dem Land Ghana überraschen. Meine Vorfreude allerdings, und das ist sehr wichtig, ist enorm!
Die Entscheidung für meine Einsatzstelle fiel mir recht leicht. Für mich stand fest, dass ich für ein Jahr in einem afrikanischen Land leben möchte, um dort mit Kindern zu arbeiten. Da ich das Studium "Lehramt im Grundschulbereich" in Betracht ziehe, überzeugte mich folgendes Projektangebot:
Die "Kids of Light School" in Ghana.
Sie befindet sich in der Ashanti-Region Ghanas und ist eine staatlich anerkannte Schule für Kinder im Vorschulalter sowie der first- und second-grade, welche vergleichbar mit der Grundschule in Deutschland ist. Gegründet wurde sie von James Danso im Jahr 2009, der seinen eigenen Kindern eine ordentliche Schulausbildung ermöglichen wollte und seine Räume auch weiteren Kindern aus der Region öffnete.
Aktuell besuchen 100-150 Kinder im Alter zwischen 2-9 Jahren die Schule. Sie werden von sechs angestellten LehrerInnen unterrichtet. Die Schule beschreibt sich selbst als alternative Schule in der Hinsicht, dass auf die Lernbedürfnisse der Schüler und Schülerinnen eingegangen wird und kreative Angebote neben dem formalen Schulunterricht stattfinden. Inzwischen gibt es schon einige integrierte Projekte, wie eine Gärtnerei und ein Naturkundemuseum. Noch weitere Projekte neben dem Schulbetrieb sind geplant.
In meinen Aufgabenbereich, als Freiwillige, fällt zunächst einmal das Unterstützen beim Unterrichten von Englisch, Mathematik, Sport und Kunst. Nach kurzer Zeit der Eingewöhnung darf ich gegebenenfalls selbstständig eine Klasse übernehmen. Zudem werde ich Freizeitaktivitäten für die Schüler und Schülerinnen vorbereiten, um diese dann anschließend mit ihnen durchführen. Im angegliederten Naturkundemuseum oder in der Gärtnerei ist meine Unterstützung bei handwerklichen und hausmeisterlichen Aufgaben gefragt.
Dieses alles sind die Aufgaben,die laut der "Stellenbeschreibung" für die "Kids of Light School" auf mich zukommen, aber ich bin sehr offen für sonstige Aufgabenbereiche und lasse mich von den Schülern, der Schule und dem Land Ghana überraschen. Meine Vorfreude allerdings, und das ist sehr wichtig, ist enorm!
Meine Entsendeorganisation
Die Abkürzung sfd-Kassel steht für den "Sozialen Friedensdienst Kassel e.V." - meine Entsendeorganisation.
Gegründet wurde der sfd 1984 mit dem Ziel den Zivildienst als einen "Sozialen Friedensdienst" zu gestalten. Seit 1996 hat der Verein kontinuierlich seine Beteiligung an nationalen und weltweiten Freiwilligendiensten ausgebaut und ist anerkannter Träger für den "Anderen Dienst im Ausland"(ADiA), das "Freiwillige Soziale Jahr im In- und Ausland"(FSJ), den "Europäischen Freiwilligendienst"(EFD)und für den 2010 neu eingeführten "Internationalen Jugendfreiwilligendienst" (IJFD).
Ich werde meinen Freiwilligendienst in dem Rahmen eines IJFD absolvieren. Hierbei handelt es sich um einen Lern- und Orientierungsdienst, der vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend konzipiert wurde. Der Schwerpunkt des Dienstes liegt darin, während seines Aufenthaltes in einem anderen Land, soziale, interkulturelle, gesellschaftspolitische und persönliche Erfahrungen zu sammeln.
Der sfd -als Träger- ist für meine Vermittlung und Beratung, die pädagogische Begleitung, die Durchführung der Seminare und für den verwaltungstechnischen Ablauf verantwortlich. Durch das Entsenden von Freiwilligen ins Ausland möchte er einerseits das Engagement der Jugendlichen unterstützen und andererseits das Zusammenleben der Völker und den kulturellen Austausch verbessern.
Wenn ihr Lust habt noch mehr über den sfd-Kassel oder einen IJFD zu erfahren, dann schaut am besten Mal auf der Homepage des Vereins nach: www.sfd-kassel.de
Dort könnt Ihr auch ein Zitat finden, welches mir direkt ins Auge gesprungen ist:
"Das Gegenteil von Krieg ist nicht Friede, sondern Friedensdienst"
(Eugen Rosenstock-Huessy 6.7.1888 - 24.7.1973)
Gegründet wurde der sfd 1984 mit dem Ziel den Zivildienst als einen "Sozialen Friedensdienst" zu gestalten. Seit 1996 hat der Verein kontinuierlich seine Beteiligung an nationalen und weltweiten Freiwilligendiensten ausgebaut und ist anerkannter Träger für den "Anderen Dienst im Ausland"(ADiA), das "Freiwillige Soziale Jahr im In- und Ausland"(FSJ), den "Europäischen Freiwilligendienst"(EFD)und für den 2010 neu eingeführten "Internationalen Jugendfreiwilligendienst" (IJFD).
Ich werde meinen Freiwilligendienst in dem Rahmen eines IJFD absolvieren. Hierbei handelt es sich um einen Lern- und Orientierungsdienst, der vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend konzipiert wurde. Der Schwerpunkt des Dienstes liegt darin, während seines Aufenthaltes in einem anderen Land, soziale, interkulturelle, gesellschaftspolitische und persönliche Erfahrungen zu sammeln.
Der sfd -als Träger- ist für meine Vermittlung und Beratung, die pädagogische Begleitung, die Durchführung der Seminare und für den verwaltungstechnischen Ablauf verantwortlich. Durch das Entsenden von Freiwilligen ins Ausland möchte er einerseits das Engagement der Jugendlichen unterstützen und andererseits das Zusammenleben der Völker und den kulturellen Austausch verbessern.
Wenn ihr Lust habt noch mehr über den sfd-Kassel oder einen IJFD zu erfahren, dann schaut am besten Mal auf der Homepage des Vereins nach: www.sfd-kassel.de
Dort könnt Ihr auch ein Zitat finden, welches mir direkt ins Auge gesprungen ist:
"Das Gegenteil von Krieg ist nicht Friede, sondern Friedensdienst"
(Eugen Rosenstock-Huessy 6.7.1888 - 24.7.1973)
Samstag, 2. August 2014
Luca Valerie Lange
Das bin ich!
Ich heiße Luca und werde einen Tag vor meiner Abreise, die am 24. August ist, 18 Jahre alt. Zusammen mit meiner Familie wohne ich in Sassenberg, einer kleinen Stadt in der Nähe von Münster. Meine Familie besteht aus meinen lieben Eltern, meinen beiden Schwestern und unserer Hündin Tessa, die lautstark unser Haus bewacht.
Meine Freizeit verbringe ich zusammengefasst mit Sport und Musik, was als Ausgleich zu dem alltäglichen Stress dient und mich diesen schnell vergessen lässt. Ich habe sieben Jahre lang Fußball gespielt und spiele momentan Volleyball. Zudem trainiere ich eine Volleyballmädchenmannschaft.
Nach jahrelangem Blockflötenspielen und späterem Unterrichten, bin ich vor sechs Jahren auf das Klarinettespielen umgestiegen, was ich noch immer leidenschaftlich gerne tue. Außerdem höre ich sehr gerne Musik und suche unbekannte Musiker und Bands im Internet, die mir gefallen. Früher habe ich lange im Chor gesungen, aber mittlerweile singe ich - sehr zur Freude meiner Familie - quasi rund um die Uhr zuhause.
Ich gebe Nachhilfeunterricht und kellnere in einem Restaurant, was mir einerseits Geld einbringt, andererseits aber auch viel Spaß macht!
Ansonsten verbringe ich sehr gerne Zeit mit meinen Freunden oder unternehme etwas mit meiner Familie.
Ich heiße Luca und werde einen Tag vor meiner Abreise, die am 24. August ist, 18 Jahre alt. Zusammen mit meiner Familie wohne ich in Sassenberg, einer kleinen Stadt in der Nähe von Münster. Meine Familie besteht aus meinen lieben Eltern, meinen beiden Schwestern und unserer Hündin Tessa, die lautstark unser Haus bewacht.
Meine Freizeit verbringe ich zusammengefasst mit Sport und Musik, was als Ausgleich zu dem alltäglichen Stress dient und mich diesen schnell vergessen lässt. Ich habe sieben Jahre lang Fußball gespielt und spiele momentan Volleyball. Zudem trainiere ich eine Volleyballmädchenmannschaft.
Nach jahrelangem Blockflötenspielen und späterem Unterrichten, bin ich vor sechs Jahren auf das Klarinettespielen umgestiegen, was ich noch immer leidenschaftlich gerne tue. Außerdem höre ich sehr gerne Musik und suche unbekannte Musiker und Bands im Internet, die mir gefallen. Früher habe ich lange im Chor gesungen, aber mittlerweile singe ich - sehr zur Freude meiner Familie - quasi rund um die Uhr zuhause.
Ich gebe Nachhilfeunterricht und kellnere in einem Restaurant, was mir einerseits Geld einbringt, andererseits aber auch viel Spaß macht!
Ansonsten verbringe ich sehr gerne Zeit mit meinen Freunden oder unternehme etwas mit meiner Familie.
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